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Kneipen und die Fußball-WM: Warum sie nicht live übertragen dürfen

Die laufende Fußball-Weltmeisterschaft sorgt auch abseits des Spielfeldes für Gesprächsstoff. Ein zentrales Thema ist, warum Kneipen und Gaststätten nicht die Spiele über die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF übertragen dürfen. Es handelt sich hierbei um eine rechtliche Grauzone, die viele Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt.

Zunächst einmal könnte man annehmen, dass die Übertragungsrechte für eine so wichtige Veranstaltung wie die WM klar und eindeutig vergeben sind. Doch die Realität sieht komplexer aus. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben zwar die Rechte, die Spiele zu übertragen, jedoch sind diese Rechte nicht für die öffentliche Vorführung in Kneipen und anderen Gastronomiebetrieben gedacht. Diese Regelung ist nicht nur eine kleine Fußnote im großen Regelwerk, sie führt auch zu einer Bedrohung für die Kneipenkultur, die oft im Zeichen des Fußballs steht.

Warum ist das so? Ein Grund könnte in der monetären Dimension liegen. Kneipen müssen für die Übertragung von Sportereignissen eine Lizenz erwerben. Diese Lizenzen sind nicht gerade günstig und viele Wirtinnen und Wirte stehen vor der Frage, ob sich die Investition bei möglicherweise schwankender Zuschauerzahl rentiert. Es bleibt unklar, wie weit der finanzielle Druck auf die Betreiber tatsächlich die Entscheidung beeinflusst, die Spiele nicht vor Ort zu zeigen.

Ein weiteres Argument für die Beschränkung liegt im Wettbewerb. Die Übertragungsrechte sind nicht nur ein einfacher Handelsartikel, sondern auch ein Mittel, um den Publikumsverkehr in die eigenen Räumlichkeiten zu lenken. Wenn Kneipen die Spiele ohne rechtliche Verpflichtung zeigen könnten, würde das die großen Zuschauerströme von den eigentlichen Sportbars und größeren Gastronomiebetrieben abziehen. Wo bleibt dann die Fairness im Wettbewerb? Doch was passiert mit den kleineren Kneipen, die auf diese Einnahmequellen angewiesen sind? Die Frage nach der Fairness könnte hier eine ganz neue Dimension annehmen.

Ein weiteres, oft übersehenes Moment ist die Rolle der öffentlich-rechtlichen Sender selbst. Diese Sender sind durch den Rundfunkstaatsvertrag an bestimmte Vorgaben gebunden. Die Übertragungsrechte sind dafür da, die GEZ-Gebühren zu rechtfertigen, die jeder Haushalt zahlt. Eine Ausstrahlung in Kneipen könnte als nicht gerechtfertigte Nutzung dieser Gebühren gesehen werden. Aber ist das nicht auch ein wenig weit hergeholt? Müssen die Zuschauer, die gemeinsam in einer Kneipe feiern wollen, unter den Regeln der Sender leiden, die diese Spiele eigentlich für das Allgemeinwohl zeigen sollten?

Kneipenbetreiber sind oft leidenschaftliche Fußballfans und würden nur zu gerne ihre Gäste in geselliger Runde zusammenbringen, um ein wichtiges Spiel zu sehen. Doch durch die strengen Regelungen geraten viele in einen Konflikt zwischen ihrer Leidenschaft und den rechtlichen Rahmenbedingungen. Bleibt zu hoffen, dass diese Diskussion irgendwann zu einer Lösung führt, die sowohl den Bedürfnissen der Wirtinnen und Wirte als auch den Vorgaben der Sender gerecht wird.

Ein weiterer Punkt ist die Frage, ob die Zuschauer in den Kneipen tatsächlich schlechter behandelt werden, als die, die zu Hause vor dem Fernseher sitzen. Gibt es hier nicht eine Art von Ungerechtigkeit? Die Menschen, die gemeinsam in einem sozialen Umfeld Fußball schauen wollen, werden diszipliniert, während der Einzelne in den eigenen vier Wänden unbehelligt bleiben darf.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Regeln, die diese Veranstaltungen betreffen, mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten. Es könnte sein, dass die Kneipen, die ohnehin schon unter den Auswirkungen der Pandemie leiden, in dieser Situation erneut benachteiligt werden. Ist es nicht an der Zeit, diese Themen ernsthaft zu diskutieren und Lösungen zu finden, die das gemeinschaftliche Erlebnis im Sport nicht weiter gefährden? Das bleibt abzuwarten und wird die Diskussion um die Fußball-WM sicherlich begleiten.

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